Chronik Zieglerverein Almena

DIE GRÜNDUNG DES ZIEGLERVEREINS ALMENA

Gegründet wurde unser Verein in der Silvesternacht von 1899 auf 1900.
Sieben junge Männer schlossen sich damals zum Zieglerverein Almena zusammen. Ihr erster Vorsitzender wurde Heinrich Nolte. Damit hatte auch Almena neben den Nachbarorten Bösingfeld, Meierberg und Nalhof einen solchen Verein. Der Grund der Vereinsbildung und die Bedeutung wurde sehr schnell erkannt und zu schätzen gewusst.
Gegenseitig halfen sich die Mitglieder und deren Familienangehörigen in Zeiten, in denen die Männer auf Ziegelei waren. Im Winter, wenn die Ziegler zu Hause waren, waren der Erfahrungsaustausch und die Stellenvermittlung sehr wichtig. So konnte schon 1906 ein starker Verein die neue Fahne einweihen.
Sie war durch Beiträge und Spenden bezahlt worden.
Der eingewebte Spruch: „Vereinter Kraft gar oft gelingt, was einer nicht zustande bringt“ hat auch heute noch seine Gültigkeit. Diese Fahne ist bis zum heutigen Tag das äußere Zeichen der Zusammengehörigkeit geblieben. In frohen und traurigen Stunden wird sie von uns vorangetragen.

ZIEGLERBALL ZUR 25-JAHR-FEIER

August Schröder löste nach mehreren Jahren Heinrich Nolte als ersten Vorsitzenden ab und übergab dieses Amt später an Fritz Bünte. Er feierte 1927 das 25-jährige Bestehen des Vereins. Der Tag der Generalversammlung, es war immer der letzte Sonntag im Dezember, und der Zieglerball wurden in allen Familien fest eingeplant. Es war selbstverständlich, dass man teilnahm und mit Freunden und Verwandten absprach, wer dessen Vieh mit versorgte und wer mit wem zum Abendessen ging. Der Ball begann am Nachmittag um 16.00 Uhr. Um 19.00 Uhr gab es einen Kindertanz, der zugleich für Jugendliche das Ende bedeutete und die Essenspause ankündigte.
Emil Wiegand aus Laßbruch, ein Meister auf der Geige, von dessen Musik die Älteren im lippischen Norden noch heute schwärmen, gehörte zum Zieglerball wie das Bier und der Wacholder. Wenn das „elektrische Licht“ mal versagte und die Noten nicht mehr gelesen werden konnten, brach er kurz ab und spielte „Machen wir’s den Schwalben nach“, denn das ging auch ohne Noten.

DER ZIEGLERVEREIN IN DEN 1930ER JAHREN

1933 gab Fritz Bünte aus politischen Gründen die Vereinsführung an August Dubbert ab. Die alte Tradition wurde fortgeführt bis 1939. In den folgenden Kriegsjahren kam das Vereinsleben zum Erliegen. Viele Zieglerkameraden gaben ihr Leben für das Vaterland. Viele opferten ihre Gesundheit und leisteten härteste Fronarbeit in der Gefangenschaft. Mögen ihre Opfer den Überlebenden Mahnung zum Frieden sein!
In den Wirren der Kriegsjahre gingen alle Aufzeichnungen des Vereins verloren. Dass wir die alte Vereinsfahne heute noch besitzen, ist dem Handeln von August Dubbert zu verdanken. Er versteckte sie auf dem Heuboden und entzog sie so dem Zugriff der Besatzungstruppen. Mehrere Jahre war die Fahne verschwunden. Erst auf dem Sterbelager vertraute August Dubbert das Versteck seinem Sohn Heinrich an, der die Fahne dem Verein wieder übergab.

DIE ZIEGLER KAMEN WIEDER ZUSAMMEN

1947 war es Simon Frevert, der die Zieglerkameraden wieder zusammenrief. Die erste Versammlung nach dem Krieg wählte ihn zum neuen Vorsitzenden. Unermüdlich setzte sich Simon Frevert für den Verein ein, um ein Stück Tradition zu retten. Im Jahr 1951 wurde das 50-jährige Bestehen in einem Zelt auf dem Sportplatz in Fütig gefeiert. Generalversammlungen und Vereinsbälle erlebten noch einmal eine kurze Blütezeit. Unvergessen ist unser Fritz Lesemann, der nach jeder Versammlung das alte Zieglerlied anstimmte: „Seid lustig, seid fröhlich ihr Zieglergesellen.“ Aus gesundheitlichen Gründen legte Simon Frevert 1957 sein Amt als Vereinsvorsitzender nieder.
Die Generalversammlung wählte Emil Lehmeier einstimmig zum ersten Vorsitzenden. Unter seiner Leitung wurde der Zieglerverein Almena Mitglied im Lippischen Zieglerring.

EMIL LEHMEIER WIRD ZUM VEREINSVORSITZENDEN

Emil Lehmeier organisierte das 75. Jubiläumsfest vom 17. bis 19. Mai 1975. Die grundlegenden Änderungen in den Nachkriegsjahren gingen auch am Zieglerverein nicht spurlos vorüber. Geänderte Bauweisen und Baustoffe sorgten dafür, dass immer weniger zur Ziegelei gingen. Angesiedelte Industriebetriebe gaben den Männern auch in der Heimat Arbeit. So gab es keinen Ziegler mehr, als 1976 Heinrich Brand zum ersten Vorsitzenden gewählt wurde. Emil Lehmeier war aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Er wurde jedoch Ehrenvorsitzender. Am 2. und 3. August 1980 konnte im Zelt auf dem Festplatz am Sportplatz das 80. Jubiläumsfest gefeiert werden. Heinrich Brand führte den Verein bei den Einweihungsfeierlichkeiten am Zieglerdenkmal in Lage, bevor er 1983 den Vorsitz aus gesundheitlichen Gründen abgab.

DER ZIEGLERVEREIN IN DEN 1980ER JAHREN

Rudolf Kampmeier wurde von den Zieglern in der Generalversammlung als neuer Vorsitzender gewählt. Er organisierte auch das 85. Jubiläums-fest an Pfingsten 1984. Im Jahre 1985 erkrankte er jedoch, so dass er zum Jahresende 1986 sein Amt als Vorsitzender aus gesundheitlichen Gründen aufgab.
Zu seinem Nachfolger wählte man Friedel Frevert. Auch der übrige Vorstand formierte sich zum großen Teil und war nun deutlich jünger aufgestellt. Die Protokolle der Jahreshauptversammlungen sind ab dem Jahr 1947 vorhanden. Zum festen Bestandteil des geselligen Lebens unseres Vereines gehörten damals die alle 2 Jahre sattfindende „Fahrt in’s Blaue“ und der gemeinsame jährliche Zieglerball der 4 Extertaler Zieglervereine Meierberg, Nalhof, Bösingfeld und Almena im Frühjahr. Veranstaltungsort war im Wechsel der Sitz des gastgebenden Vereines.

DER ZIEGLERVEREIN IM 21. JAHRHUNDERT

2025 haben wir einen Mitgliederstand von 156 Zieglern und hoffen, dass weiterhin Interesse an unserem Verein besteht. Auch wenn manche Dinge im Verein moderner werden, so halten wir doch immer an den alten Tradition fest und sorgen dafür, dass diese nicht in Vergessenheit geraten.